Bischofskonferenz 2015 in Mariazell – Fotos

Von 15.- bis 17. Juni 2015 fand in Mariazell die Bischofskonferenz statt.

Erklärung der Bischofskonferenz: Sorgen und Ängste der Bevölkerung wegen Asylwerberanstieg „sind ernst zu nehmen“, aber Österreich darf beim Menschenrecht auf Asyl „keine Abstriche zulassen“

Sommervollversammlung der Bischöfe in Mariazell

Mariazell, 17.06.2015 (KAP) Europa soll sich als der wohlhabendste Kontinent der Erde zu mehr Mitmenschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen bekennen. „Was wir brauchen, sind Brücken und nicht nur Zäune“: Das haben die österreichischen Bischöfe in einer Erklärung zur Asylproblematik unter dem Titel „Hilfe für Menschen auf der Flucht“ betont, die sie am Mittwoch im Rahmen ihrer Sommervollversammlung in Mariazell verabschiedeten. Zwar seien die Sorgen und Ängste der Bevölkerung wegen des Anstiegs an Asylsuchenden „ernst zu nehmen“; es brauche Information, Gespräch und Sachlichkeit, „um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern“. Zugleich halten die Bischöfe fest: „Das Menschenrecht auf Asyl ist ein hohes Gut und eine völkerrechtliche Verpflichtung. Österreich darf dabei keine Abstriche zulassen.“

Papst Franziskus habe bei seinem Besuch auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa bereits 2013 eindringlich vor einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ gewarnt, erinnern die Bischöfe. Schon im Neuen Testament sei durch das Jesuswort „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25, 35) aufgetragen, dass sich Christsein in der Hilfe für Menschen in Not bewähren muss. Flüchtlinge aus jenen Regionen Afrikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens, die von Krieg, Gewalt und Verfolgung heimgesucht werden, riskierten ihr Leben, um unmenschlichen Verhältnissen zu entkommen. „Es ist ein Unrecht tatenlos mitanzusehen, wenn Frauen, Männer und ihre Kinder auf der Flucht im Mittelmeer vor den Toren Europas sterben“, betonen die Bischöfe.

„Bewährungsprobe für ganz Europa“

Das Schicksal der Ertrunkenen und der in Europa Angekommenen sei „zur Bewährungsprobe für ganz Europa“ geworden. „Flucht ist kein Verbrechen“, und Betroffenen bräuchten ein sicheres und stabiles Umfeld für einen Neuanfang. Die Bischöfe erwähnen positive Beispiele in Österreich, bei denen staatliche Behörden im Zusammenwirken mit der Zivilgesellschaft, den Kirchen und vielen Engagierten konkret helfen. Österreich habe im europäischen Vergleich hohe Standards im Umgang mit Menschen auf der Flucht und habe „immer wieder bewiesen, dass viel Hilfsbereitschaft und Solidarität vorhanden sind“. Positives werde jedoch leider durch die gegenwärtige Asyldebatte überdeckt, bedauern die Bischöfe.

Die Bischöfe fordern zur Ergänzung zu den zuallererst zuständigen staatlichen Institutionen und Gebietskörperschaften eine „breite Allianz aller gesellschaftlichen Kräfte, die sich für eine Willkommenskultur mit verzweifelten und Not leidenden Menschen einsetzen und konkret helfen wollen“. Die Kirche habe in den letzten Monaten durch die Caritas hier bereits Verantwortung übernommen und gemeinsam mit Pfarren und Klöstern mehr als 1.000 neue Plätze für Schutz suchende Menschen geschaffen. Die Bischöfe kündigen weiters für jede Diözese Ansprechpersonen an, die sie für die Suche nach weiteren Quartieren bestellen wollen. Sie „danken allen, die ihre Hilfe angeboten haben und ermutigen weiterhin, in der gelebten christlichen Nächstenliebe nicht nachzulassen“.

Quelle: Kathpress
Fotos: Foto Kuss

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