Volksbühne Weichselboden – Aufführung 17.4.2017


Volksbühne Weichselboden – „Sag niamois nia“

Die Volksbühne Weichselboden spielte am Ostermontag um 15:00, Samstag 22. 04. 2017 um 15:00 und 19:30 das Lustspiel in 3 Akten „Sag niamois nia „.

Die Aufführungen waren wieder ein herausragender Erfolg und der totale Angriff auf die Lachmuskeln. Wenn man an den letzten Aufführungen der Volksbühne teilgenommen hat, die auch perfekt inszeniert wurden und glaubte, dass diese nicht getoppt werden können, der hat sich schwer getäuscht. Dieses Mal ist wieder eine sehr gute Handlung aus dem Mariazellerland und der totale Angriff auf die Lachmuskulatur gelungen.

Die Handlung:

Zwei verfeindete Nachbarortschaften Ober- und Untersemmling streiten seit Jahren, wem der angrenzende See gehört und welchen Namen er haben soll. Ganz arg wird der Streit, weil der See zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt werden soll. Das Dorfleben spielt sich im gemeinsamen Dorfwirtshaus Bruckner ab. Die Gemeindegrenze von Ober- und Untersemmling verläuft mitten durch die Wirtsstube und der Schank. Das Bier wird daher in Obersemmling ausgeschenkt. Wegen des permaneneten Streits haben auch beide Orte ihren eigenen Stammtisch. Hier tagt auch Willi Dirnberger (Goldgruber Bernhard), Bürgermeister von Obersemmling und Resi Fischer (Gnedt Marianne), Bürgermeisterin von Untersemmling. Beide sind verwitwet. Die Kinder Christl Dirnberger (Plachel Birgit) und Martin Fischer (Glitzner Bernhard) haben sich heimlich ineinander verliebt. Auch das bringt noch zusätzliche Schwierigkeiten in die bereits angespannte Lage. Die Wirtsleute Toni Bruckner (Krejcza Dominik) und seine Frau Sabine Bruckner (Ploderer Verena) versuchen mehr Aktivitäten in das Wirtshaus zu bringen, indem Sie einen fiktiven Regisseur J. Smith als Stargast mit seiner Filmcrew als einquartiert vortäuschen. Es soll ein James Bond – Film gedreht werden. Endlich kann dann Toni Bruckner eine internationale Speisekarte vorlegen, da die einheimische Bevölkerung lediglich nur Würstel mit Bier bestellt. Pfarrer Leopold Stempfhuber (Rainer Marco) trifft beim Brucknerwirt ein und erzählt ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit, dass er von seinem Bischof nach Ober- und Untersemmling strafversetzt wurde. Dies war aber total ungerechtfertigt. Denn bei der Sonntagsmesse in seiner vorherigen Pfarre waren die Männer beim Wirten, tranken Bier und spielten Karten. Daher kamen zum Gottesdienst nur die Frauen. In einem Beichtgespräch musste Pfarrer Leopold erfahren, dass eines seiner Schäfchen ziemlich kurz von ihrem Ehemann gehalten wurde, der das ganze Geld lieber im Wirtshaus versoff. Sie hatte kein Geld mehr um sich Unterwäsche kaufen zu können. Aus purer Nächstenliebe spendierte Pfarrer Leopold aus seiner eigenen Tasche Geld, damit die Frau die notwendige Wäsche kaufen konnte. Dies fiel zu Hause ihrem Mann auf und er fragte wer die Unterwäsche gekauft hat. Die Frau sagte, der Herr Pfarrer. Der Bischof erfuhr es, bekam dies in die falsche Kehle und versetzte somit den armen, missverstandenen Pfarrer in die zusammengelegte Pfarrgemeinde von Ober- und Untersemmling.

Zwischen Resi Fischer und Willi Dirnberger toben Intrigen und Kampf um den See, der eigentlich in Obersemmling liegt. Resi Fischer hat auch eine tolle Partie mit viel Seegrundbesitz ausgesucht, was ihr Sohn Martin Fischer (Glitzner Bernhard) beim zaghaften Versuch seine Liebe, die er zu Christl Dirnberger empfindet, der Mutter bekannt zu geben, schmerzlich erfahren muss. Eine dramatische Liebesbeziehung à la Romeo und Julia aber ohne Balkon … .

Fräulein Wenzel (Ebner Beatrice) von der Unesco kommt beim Brucknerwirt an und trifft dort auf Bürgermeister Dirnberger. Sie interviewt ihn über die Güte des Sees. Dirnberger sagt, dass es üblich ist, das Abwasser und den Müll im See zu entsorgen, all dies um der Frau Bürgermeisterin den Erfolg abspenstig zu machen. Ganz entsetzt ruft Fräulein Wenzel in der Zentrale an, um einen Kollegen zu ersuchen, der sich um diese Missstände kümmern soll. Diese neue Nachricht geht wie ein Lauffeuer durch die beiden Dörfer. Man trifft sich im Wirtshaus um einen Plan B zu entwickeln. Martin Fischer und Christl Dirnberger versuchen den Kontrollor der Unesco schon beim Bahnhof abzufangen. Bügermeisterin und Bürgermeister nehmen die Rolle der Wirtsleute ein, die nichts anderes vorhaben, dem Kontrollor das Leben zu vermiesen. So wird ein seit Jahren abgelaufenes Bier, ganz alte Würstel und eine Breze hart wie Stein als Empfang vorbereitet.

Statt des Kontrollors erschein jedoch Philipp Hugo (Schön Bernhard) der in Wirklichkeit ein Gourmet und Restaurantkritiker ist. Er wird rüde empfangen, die Speisekarte total lässig auf den Tisch geworfen, die tollen internaionalen Gerichte sind alle ausgegangen und es gibt nur Würstel, Bier und Brezen. Er schreibt alles genau auf und verabschiedet sich, dass er von sich hören lassen wird. Die Wirtsleute Bruckner packen resigniert ihren Koffer, denn die Karriere als Wirten haben sie jetzt verspielt.

In all dieser Turbulenz und Verzweiflung versuchen die Bürgermeisterin und der Bürgermeister ihre Kinder und sich selbst in den hierorts zu drehenden James Bond – Film positionieren zu können. J. Schmith alias Pfarrer Leopold denkt, dass diese Versuchungen wieder mal eine Prüfung seines Bischofs für seine Tugendhaftigkeit und Standfestigkeit ist. Christl Dirnberger und Martin Fischer erfahren vom Pfarrer, dass er nicht der vermeintliche Regisseur ist. Sie ersuchen ihn daher sie in ihrer Liebe zu unterstützen und dass er ihnen behilflich sein soll, damit eine Hochzeit doch noch möglich sein kann. Pfarrer Leopold entwickelt einen Plan. Der Wunsch, die Bemühungen und Avancen der Bürghermeisterin das Bondgirl spielen zu dürfen und Bürgermeister Dirnberger als Besetzung des James Bond. Der Plan ist, beide müssen in einem Casting anhand eines kurzen vorgegeben Textes in die Rolle von Bond und seinem Girl schlüpfen. Es kommt auch zu einer heftigen Kussszene, die aber bestätigterweise nicht nur ein Theaterkuss war.

In der Tageszeitung ist auch ein Bericht über den Brucknerwirt. Merkwürdigerweise fällt die Beurteilung sehr positiv aus, da das Bier mit einem herrlich würzigen leicht käsigen Geschmack beschrieben wurde. Auch die Würstel wurden als geschmacklich die Besten weit und breit beschrieben. Es ist ein wahrhaftiges Gourmeterlebnis beim Brucknerwirt.

Der vermeintliche Regisseur Smith outete sich als neuer Pfarrer und hatte auch gleich einen super Vorschlag, dass das Unesco Kulturerbe als Semmlinger See bezeichnet werden soll.

Vor lauter glücklich sein über den tollen Ausgang ist Resi Fischer voll für die Hochzeit ihres Sohnes Martin mit Christl, da man ja schließlich nur aus Liebe heiraten soll.

Eine Gratulation der Spielleiterin Illmaier Christine für die Auswahl dieses herrlichen Stückes, welches sie auf die örtliche Gegebenheit adaptiert hat.

Große Anerkennung für die schauspielerische Leistung besonders den Neulingen Beatrice Ebner und Bernhard Schön.

Dank den Bühnenbildnern Christian Lechner und seinem Team und den Souffleusen Beatrice Ebner und Christine Illmaier, die mithalfen, dass das Stück ein toller Erfolg mit tobendem Applaus wurde.

Prädikat: ausgezeichnet und besonders geeignet für bereits geübte Lachmuskeln!

 

Herzlichen Dank an Ing. Franz-Peter Stadler 1010 Wien & Salzatal für Text und Fotos.

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