Ostern – Gründonnerstag

Gründonnerstag – Fußwaschung in der Pfarrkirche Gußwerk.

Die Herleitung aus dem seit dem 14. Jahrhundert bezeugten, aber möglicherweise schon älteren Brauch, am Gründonnerstag besonders grünes Gemüse (Grünkohl, Salate, Nesseln, junge Triebe) und grüne Kräuter zu essen. Dies steht nicht nur im Einklang mit den allgemeinen Fastenvorschriften für die Karwoche, sondern auch in Verbindung mit vorchristlichen Vorstellungen, dass dadurch die Kraft des Frühlings und eine Heilwirkung für das ganze Jahr aufgenommen werde. In einigen Regionen hatte der Gründonnerstag auch eine besondere Bedeutung für das Bestellen von Feld und Garten, als Tag der ersten Frühlingsaussaat oder als ein Tag, an dem man sich von der Aussaat oder vom Setzen oder Beschneiden der Pflanzen besonders reichen Ertrag versprach.

Herleitung aus dem „Greinen“ (ahd. gr?nan, mhd. grînen, „lachend, winselnd, weinend den Mund verziehen“) der Büßer am Gründonnerstag. Aus mündlich gebrauchtem, aber schriftlich nicht bezeugtem grîn donerstac wäre in dem Fall durch volksetymologische Umdeutung Grüner Donnerstag > Gründonnerstag entstanden. Da jedoch dieser Tag seit dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag war, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung endlich wieder zur Kommunion zugelassen, also wieder „grünendes Holzam Stamm der Kirche nach Lukas 23,31 waren, erscheint die Annahme eines Klagedonnerstags widersinnig.

Am Gründonnerstag feiern Christen in aller Welt das letzte Abendmahl von Jesus Christus. Nach dem Neuen Testament feierte Jesus von Nazareth an diesem Tag das letzte gemeinsame Mahl mit seinen zwölf Aposteln, bei dem er Brot und Wein teilte. Anschließend betete er am Ölberg, wo er von Judas verraten wurde. Am darauffolgenden Freitag (Karfreitag) wurde Jesus demnach verurteilt und hingerichtet.

Gründonnerstag (auch Hoher, Heiliger oder Weißer Donnerstag bzw. Palmdonnerstag) ist die deutschsprachige Bezeichnung für den fünften Tag der Karwoche bzw. der Heiligen Woche (in liturgischer Zählung, beginnend mit dem Sonntag). An ihm gedenken die Kirchen des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln am Vorabend seiner Kreuzigung. Die liturgische Bezeichnung ist Feria quinta in coena Domini („fünfter Tag, Abendmahl des Herrn“), beginnend mit dem Palmsonntag.

In der Messe vom Letzten Abendmahl wird am Abend des Gründonnerstags der Einsetzung des Altarssakramentes (d. h. der Eucharistie) und des Weihepriestertums gedacht. Die anschließende schlichte Prozession mit dem Allerheiligsten steht für den Gang Jesu zum Ölberg, wo er in Todesangst betete und verhaftet wurde. In stiller Anbetung vor dem Allerheiligsten gedenken die Gläubigen in dieser Nacht Jesu Verhaftung und Geißelung.

Der Gründonnerstag war früher ein Tag öffentlicher Sündenvergebung, besonders für die mit Kirchenstrafen belegten Büßer. Die Funktion hat er in der römisch-katholischen Kirche nicht mehr, während dies in der Orthodoxie teilweise noch anzutreffen ist.

Ein bekannter Brauch am Gründonnerstag ist, etwas Grünes zu essen zum Beispiel Spinat, Kohl, Salate und grüne Kräuter.

In Gottesdiensten vieler Gemeinden gibt es auch noch die traditionelle Fußwaschung, die an die Fußwaschung der zwölf Apostel durch Jesu erinnern soll.

Die Fußwaschung war ein Liebesdienst Jesu an seinen Jüngern und nach alter Tradition Teil der Messe am Gründonnerstag. An diesem Tag dürfen wir uns daran erinnern, dass Jesus auch uns die Füße wäscht. Das Waschen der Füße ist ein Symbol für den Dienst Jesu an uns. Jesus vergibt auch uns die Sünden. Wenn Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, auch dem Judas, dann zeigt er: niemanden schließt er von seiner Liebe aus. Wir sind aufgefordert genau so zu handeln. Wenn nun schon ich euer Meister und Herr euch die Füße wasche, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.

In den Bauernregeln für den Gründonnerstag heißt es:

  • Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer sicher heiß.

Herzlichen Dank an Ing. Franz-Peter Stadler 1010 Wien & Salzatal für Text und Fotos.

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