Der Klub Dachsbracke feiert 125-jähriges Jubiläum in Mariazell

Festprogramm und Infos über die Dachsbracke zum 125-Jahr-Jubiläum von 17.- 19. Juni 2022 in Mariazell.

Wir, vom Klub Dachsbracke Österreich, erlauben uns, Sie über unser 125-jähriges Bestehen zu informieren. Wir feiern es von Freitag, 17. Juni bis Sonntag, 19. Juni 2022 in Mariazell in der Steiermark. Wir erwarten an die 150 Teilnehmer mit ihren Jagdhunden. Die Besitzer der „Alpenländischen Dachsbracke“ kommen aus allen österreichischen Bundesländern und aus ganz Europa. Aus Deutschland, Tschechien, Italien, Polen, Finnland, Schweden oder Norwegen ebenso wie aus der Schweiz oder der Slowakei.

Es gibt ein umfangreiches Programm, dessen Höhepunkte am Samstag, dem 18. Juni sein werden. Da werden die Dachsbracken samt Musikkapelle durch Mariazell ziehen und anschließend dem Publikum zeigen, was sie so alles können.

Näheres entnehmen Sie bitte dem beigefügten Festprogramm sowie dem nachfolgenden Informationstext.


Fotocredit: Klub Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke feiert Jubiläum

Der österreichische „Klub Dachsbracke“ ist 125 Jahre alt. Eigentlich schon 126, aber leider hat Corona im Vorjahr die Feierlichkeiten verhindert. Aber demnächst ist es so weit. Dieses Jubiläum wird vom 17. bis 19. Juni 2022 im steirischen Mariazell gefeiert – mit großer internationaler Beteiligung. Im Mittelpunkt steht die Alpenländische Dachsbracke, eine österreichische Jagdhunderasse mit sehr alten Wurzeln. Sie ist nicht nur in der heimischen Jägerschaft überaus beliebt, sondern in ganz Europa begehrt. Dieser kleine handliche Gebrauchshund ist ein geschätzter Begleiter des Bergjägers, weil er sich selbst im schwierigsten Gelände nicht aus der Ruhe bringen lässt und ungerührt seiner Aufgabe nachgeht, im ebenen Gebiet sowieso.

Zu den Feierlichkeiten, die von Freitag bis Sonntag stattfinden reisen etwa 150 Herr- und Frauschaften aus ganz Österreich und Europa an. Sie kommen aus Wien, Kärnten, Salzburg oder Vorarlberg genauso wie aus den skandinavischen Ländern, aus Deutschland, Polen, Slowenien, Ungarn und der Schweiz. Etwa 100 Vierbeiner werden an der Seite ihrer Menschen durch Mariazell ziehen, um am Samstag bei der großen Hundeausstellung teilzunehmen, bei der die schönsten, klügsten und tüchtigsten Dachsbracken ausgezeichnet werden. Das ist nur einer von mehreren Programmpunkten (weiteres siehe Festprogramm).

Die Dachsbracke

Unsere Dachsbracke ist ein „Arbeitstier“ – im besten Sinne des Wortes. Sie liebt die Bewegung an der Seite ihres Menschen, ist auf der Pirsch aufmerksam und stets in Bereitschaft“, sagt der Mariazeller Harald Heil, Obmann des Klubs. „Es handelt sich um einen nimmermüden Vierbeiner, der durch sein schneidiges unerschrockenes Wesen besticht, dabei aber überaus klug und freundlich ist.“ Ist die Dachsbracke außer Dienst, versteht sie es, sich mit ihrem liebenswürdigen, treuherzigen Blick Aufmerksamkeit zu verschaffen. Was ihr immer wieder ein Leckerli oder extra Streicheleinheiten einbringt. Überhaupt zeichnet sich das sonst so sportliche Tier daheim durch seine Ruhe und Menschenfreundlichkeit gegenüber Familienmitgliedern, vor allem Kindern, aus. Aber nur so lange, bis sein Herr oder seine Frau Rucksack oder Leine zur Hand nimmt. Dann ist der Vierbeiner flugs an der Seite seines Menschen und bereit für neue Aufgaben. Die Gemütlichkeit daheim hat da keine Chance.

Sportlich und fleißig

Dachsbracken sind als Familienhund ebenso geeignet wie als Wachhund über Haus und Hof. Ideal für raues Bergland, weil sie robust, ausdauernd und sozusagen wetterfest sind. Unsere Dachsbracke ist ein niederläufiger, kräftiger Jagdhund mit einer Schulterhöhe von 34 – 42 Zentimetern, robustem und starkknochigem Körperbau, dichtem Haarkleid und fester Muskulatur. Er verfügt über ein kompaktes Stockhaar mit dichter Unterwolle, das den ganzen Körper bedeckt, ihn schützt und wärmt. Die Hunde werden in zwei Farben gezüchtet: hirschrot und schwarz mit braunem Brand.

Bei der Jagd wird die Dachsbracke hauptsächlich zur Schweißarbeit sowie zur lauten Jagd auf Hase und Fuchs eingesetzt. Wegen ihres schneidigen und unerschrockenen Wesens wird sie aber auch bei der Bewegungsjagd auf Schwarz- und Rotwild sehr geschätzt. Im gesamten Alpenraum und von den Karpaten bis nach Norwegen wird sie sehr erfolgreich als Jagdhund geführt.

Das Geheimnis der Schweißhunde

Schweißhunde heißen deshalb so, weil Schweiß in der Jägersprache Blut bedeutet. Hunde dieser Art sind darauf spezialisiert, verletztes Wild bei der sogenannten Nachsuche aufzuspüren und zu stellen. Die historische Bezeichnung für Schweißhunde ist wiederum Bracke. Sie war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts üblich. Heute wird mit Bracke nur noch ein bestimmter Typ der Jagdhunde bezeichnet. In Österreich sind fünf Hunderassen heimisch: Dachsbracke, Brandlbracke, Tiroler Bracke, Steirische Rauhaarbracke sowie Pinscher. In ganz Europa gibt es 70 verschiedene Brackenrassen. Auch der Dackel stammt von ihnen ab. Aus der Dachsbracke wurde der Dachshund herausgezüchtet, der als Stammvater aller Dackel bezeichnet wird. Der Dackel ist die kleinste Form der Bracke, ebenfalls ausgestattet mit all den jagdlichen Eigenschaften seiner Ahnen.

Schweißhunde zeichnen sich durch einen außergewöhnlich guten Geruchssinn, großer Ruhe und Finderwillen aus. Ein ausgebildeter Schweißhund ist in der Lage, bei Regenwetter am nächsten Tag verletztes Wild selbst in kilometerweiter Entfernung zu finden. Schweißhunde und ihre Hundeführer sind Spezialisten, die bei schwierigen Suchaufgaben gefragt sind. Die Leistung dieser Hunde kann nur durch Übung und häufigem Einsatz erhalten bleiben, deshalb sind gute Hunde selten und teuer. Die Halter von Schweißhunden sind daher bei den Jagdverbänden registriert, damit sie zu Hilfe gerufen werden können. Es ist die Pflicht des Jägers, krankes oder verletztes Wild mit gut ausgebildeten Hunden so rasch wie möglich von seinem Leiden zu erlösen. In solch schwierigen Situationen braucht es die Ausdauer, Konzentration und den festen Willen des tierischen Jagdbegleiters. Häufig müssen die Vierbeiner verletzte Tiere nach Autounfällen suchen. In solchen Fällen wird der Jäger von der Polizei verständigt und macht sich mit seiner treuen Begleiterin von der Unfallstelle aus auf den Weg.

Der Klub Dachsbracke

Die Dachsbracke ist für ihre Besitzer nicht Hund allein – nein, sie ist auch eine Weltanschauung. Die Klubmitglieder sind ganz normale Jäger und Hundeführer, die sich unentgeltlich und in der Freizeit für diese Rasse einsetzen, weil sie von ihr überzeugt sind und weil es für sie keinen besseren Gefährten gibt. Der Klub dient dem Erfahrungsaustausch und der Weitergabe von Wissen an interessierte Jugendliche und neue Mitglieder.

Der „internationale Dachsbrackenklub“ wurde am 15. 3. 1896 in München gegründet, der 1910 bei einer Wiener Jagdausstellung in „Klub Dachsbracke“ umbenannt wurde. Der Klub hat zwei Weltkriege überdauert und verfolgt auch heute noch das damals gesteckte Ziel: Die Reinzucht und Verbreitung der Alpenländischen Dachsbracke als Jagdhund, deren Ursprungsland Österreich ist. Die Aktivitäten des Klubs sind die Organisation von Ausstellungen, Gebrauchsprüfungen, Hundeführerkursen und Übungstagen sowie Teilnahme an solchen Veranstaltungen, die von anderen der FCI angehörenden Vereinigungen durchgeführt werden.

Weiters gehören Planung und Lenkung der Zucht aller österreichischen Zwinger sowie Führung eines Klub-Zuchtregisters, Vermittlung von An- und Verkäufen von Dachsbracken zu den Aufgaben des Klubs. Ebenso Ausbildung sowie Schulung von Leistungsrichtern für Alpenländische Dachsbracken in Zusammenarbeit mit dem ÖKV und dem ÖJGV.
1932 wurde die Alpenländische-Erzgebirgler Dachsbracke von den kynologischen Verbänden Österreichs als dritte Schweißhunderasse anerkannt.
1975 wurde der Name auf „Alpenländische Dachsbracke“ geändert und von der FCI – internationaler kynologischer Dachverband – Österreich als Ursprungsland zugesprochen.
1991 wurde die Alpenländische Dachsbracke von der FCI in die Sektion der Schweißhunde eingereiht.

Weitere Informationen:

Klubobmann Harald Heil, Tel. 0664/536 11 97, eMail: harald.heil@sbm-web.at

Fotos: Geschäftsführer Ing. Andreas Angermann, Tel.: 0664/4213063, eMail: aa.debanttal@gmail.com

Festprogramm: Auf das Bild klicken und das Festprogramm als PDF wird geladen.


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