Palmprozession in Mariazell – Änderung durch Coronavirus

Palmprozession 2020 in Mariazell – Coronavirus Abänderung

Bedingt durch die derzeitige weltweite Situation ist es unseren Freunden aus Spanien nicht möglich persönlich die traditionellen Palmen zu übergeben. Seit dem Jahre 1960, als wir, die Tuna von Vilanova i la Geltru, eine Replik der Jungfrau von Montserrat nach Mariazell brachten, verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam mit dem Club Encuentro aus Wien und unseren Freunden aus Italien, Klagenfurt, Bludenz und Mariazell feiern wir mit den traditionellen Palmen aus Spanien seit 1971 den Palmsonntag und prägen bei der Palmprozession so auch das Stadtbild von Mariazell.
Als Zeichen unserer Verbundenheit und Freundschaft lasst uns deshalb am Samstag gemeinsam um 20.00 Uhr wo wir heuer auch immer sind eine Kerze entzünden.

Palmas 2020 Tipo als PDF

 

Danke an Andreas Schweighofer vom Heimatmuseum Mariazell für nachfolgende Zusatzinfos aus dem Buch Ranti Putanti 2.

Am Palmsonntag – Sonntag vor Ostern – wird auch in Mariazell, mit einer feierlichen Prozession an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem gedacht. Die Prozession beginnt bei der Josefikapelle mit der Weihe der „Palmbuschen“ und Palmkätzchenzweige. Zur Herstellung eines solchen „Buschens“ benötigt man die verschiedensten Gehölzer. Wichtig sind die Palmkätzchen und Haselzweige. Letztere sind mit Buchsbaum umwunden und mit Strohblumen oder aus Seidenpapier gefertigten Blüten verziert. Diese Haselzweige werden in einen Buschen von Palmkätzchen, Wacholder, Stechpalme mit roten Beeren und Segenbaum eingebunden. Alles zusammen steckt man auf einen langen Stock und bei der Prozession am Palmsonntag kommt es nicht selten vor,  dass unter den Trägern ein Wettstreit entsteht, wer wohl den höchsten Palmbuschen besitzt.

Seit dem Jahre 1971 gibt es in Mariazell ein besonderes Ereignis, welches zu einem Fixpunkt am Palmsonntag geworden ist. Bei der Palmprozession werden auch echte Palmwedel und aus ihnen gebundene Kronen aus Spanien mitgetragen und nach Beendigung der Prozession mit den Palmbuschen der Einheimischen getauscht.

Der Ursprung dieses Brauches fällt auf das Jahr 1960 zurück. Studenten aus Montserrat in Spanien wollten ihre „Schwarze Madonna“ in ein Marienheiligtum des Ostblocks bringen, durften die Grenzen in den Osten jedoch nicht überschreiten. So beschlossen die jungen Pilger, die Gnadenstatue mit Einwilligung des Priors in der Basilika von Mariazell aufzustellen. Um der Verbundenheit der Spanier mit Mariazell einen besonderen Ausdruck zu verleihen, tauften Jaime Montanera – der Leiter der Spanischen Studententuna, welche die „Schwarze Madonna“ nach Mariazell brachte. Nun kommen alljährlich am Palmsonntag einige Spanier, angeführt von der Familie Montanera, nach Mariazell und geben der Palmprozession ein besonderes Flair.


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