Herzensangelegenheiten – am 26. September ist Weltherztag

Herzensangelegenheiten – am 26. September ist Weltherztag

Drei Milliarden Mal pumpt unser Herz im Laufe eines Lebens. Es liegt im Mittelpunkt des Menschen, ist das Zentralorgan des Blutkreislaufes und hat die Funktion einer Druck- und Saugpumpe. Etwa sechzig bis achtzig Mal in der Minute wird das Blut aus seinen Hohlräumen ausgeworfen. Das dazugehörige System des Kreislaufes bzw. der Blutgefäße hat eine Länge von 100 000 Kilometern, das entspricht etwa dem Zweifachen des Erdumfangs. Der Durchfluss pro Minute beträgt 4 bis 7 Liter Blut.

Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führt, erkennt man, welche beeindruckende Leistung unser Herz tagtäglich vollbringt und wie wichtig es ist, auf sein Herz zu achten und es nicht zu sehr zu belasten. In unserer heutigen Zeit mit viel Stress, Druck, Lärm, Sorgen, Krisen, Unfrieden, finanziellen Turbulenzen und täglichen Katastrophen- meldungen sind wir großen Belastungen ausgesetzt.

Dies alles hat Auswirkungen auf unseren emotionalen Zustand. Unsicherheit, Angst und Schlafstörungen rauben vielen Menschen die Lebensfreude, die ihren Sitz im Herzen hat. Gemeinsam mit den heutigen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht oder Depressionen sind die Folgen für unser Herz, unsere Organe und unseren Körper enorm. Erkrankungen des Herzens und Kreislaufs stellen noch vor Krebserkrankungen und Schlaganfall die häufigste Todesursache dar.

Unter all diesen Aspekten wird vielen bewusst, wie wichtig es ist auf unser Herz zu achten und zu hören, damit wir gesund und glücklich leben können.

Traditionelle Europäische Medizin und Naturheilkunde

Im Planetensystem ist das Herz der Sonne zugeordnet. Seine Farben sind Gold, Gelb, Orange bis zu einem warmen Rot. Der Tag des Herzens ist der Sonntag. Unter den Metallen entspricht es in erster Linie dem Gold, aber auch Magnesium, Phosphor und Sulfur. Zu den wichtigsten Steinen der Sonne gehören Bernstein, der für die Freude steht, der Topas zur Herzstärkung und der Pyrit als Sonnenmittel für das Immunsystem.

Im Pflanzenreich sind Sonnenpflanzen relativ leicht an ihrer Farbe, Gestalt, am Geruch und Geschmack erkennbar. Alle diese Pflanzen bringen die Kraft und die Wärme der Sonne in den Körper und in das Herz. Es sind meist majestätische, aufrechte Pflanzen mit würzig oder bitterem Geschmack, ungiftig, mit ätherischen Ölen oder vielen Samen, leuchtenden Blüten, gelben bis roten Pflanzensäften, mit sonnigem Duft, die trockene, sonnige Standorte bevorzugen. Getreide, Adonisröschen, Alant, Arnika, Kurkuma, Galgant, Ingwer, Johanniskraut, Ringelblume, Olive, Safran, Goldmelisse oder Sonnenblume sind nur einige Vertreter davon.

Die Monarde oder Goldmelisse ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Eisbrecher, die Wärme in den Körper trägt und Kälte auskehrt. Sie aktiviert blockierte Kräfte, die von Depressionen festgehalten werden. Diese Heilpflanze ist gut für Menschen, die leicht aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen werden. Ein Tee aus Goldmelisse mehrmals täglich am Tag genossen, festigt das „Ich“.

Die Echte Melisse gehörte zu Paracelsus-Zeiten zu den wichtigsten Herzpflanzen. Wenn sich Belastungen, Sorgen und Stress auf das Herz auswirken, hilft ein Melissen-Tee, 3mal täglich 1 Tasse, oder Tropfen, 3mal 15 Tropfen, sehr gut, das Herz zu unterstützen.

Der Weißdorn, heute sicherlich die bekannteste Herzpflanze, stärkt den Herzmuskel, die Herzkraft und unterstützt so die Leistung des Herzens.

Die Blüte des Johanniskrauts verkündet die Johanniszeit, den Höchststand des Jahres. Die volle Kraft der Sommersonne lebt in ihr. Alles ist Leuchten und Licht in dieser Pflanze und strebt nach oben zur Lebensentfaltung.

Arnika wird heute bei akuten Schwächezuständen des Herzens, Angina pectoris und zur Vorbeugung einer Herzinsuffizienz eingesetzt. Allerdings hat Arnika, innerlich eingenommen, eine unspezifische Herzwirkung, was zu Nebenwirkungen führen kann. Deshalb ist eine Einreibung in der Herzgegend oder die homöopathische Zubereitung empfehlenswert.

Auf Waldrändern, Kahlschlägen, kieseligen Sand- und Ursteinboden ist der Rote Fingerhut zu finden. Seine Wirkstoffe, herzwirksame Glycoside, sind heute wichtige Mittel v.a. in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Vor einer Selbstmedikation soll aber dringend gewarnt werden, da die Pflanze zu den Giftpflanzen gehört.

Hildegard von Bingen

Das wichtigste Herzmittel bei Herzschwäche, Herzinsuffizienz, Altersherz, Mangeldurchblutung des Herzens, Kraftlosigkeit, stressbedingten und nervösen Herzschmerzen oder Herzschwäche nach Grippeerkrankungen ist der Petersilien-Wein („Herzwein“). Empfohlen wird eine Einnahme 3mal täglich 1 Likörglas nach dem Essen kurmäßig über mehrere Monate.

Kleine Herzkur

Hildegard rät speziell Menschen ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich die Kleine Herzkur zu machen. Täglich 3×2 Galgant-Tabletten auf der Zunge zergehen lassen und jeweils im Anschluss 1 Likörglas Herzwein trinken.

Es ist dies eine schonende Möglichkeit zur Entlastung und Vitalisierung des Herz-Kreislauf-Systems. Die Anwendung wird zumindest einmal jährlich empfohlen. Älteren Menschen hilft oft die dauerhafte Einnahme zu mehr Wohlbefinden im Alltag.

„Große Herzkur“

Zur Therapie und Ausheilung von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfiehlt Hildegard die Durchführung der Großen Herzkur:

–          Täglich jeweils vor und nach dem Essen einige Griechenklee-Kekse bzw. Tabletten, danach 1 Likörglas Fenchelwein

–          1-3mal täglich 1 Messerspitze Griechenklee-Pulvermischung auf ein Stück Brot verzehren

–          Täglich 1 Herz-Magen-Milz-Massage mit der Tannensalbe

–          Tägliche Edelstein-Anwendung mit einer Jaspisscheibe

–          Wohltuende Entspannungsmassage mit Rosenöl

Galgant ist das am schnellsten wirkende Hildegard-Herzmittel bei einsetzendem Schwindel, Schwäche, Schmerzen oder Herzanfall. Bei beginnendem Herzschmerz oder vor einer Anstrengung 1-2 Galgant-Tabletten im Mund zergehen lassen. Die Einnahme kann nach 5-10min wiederholt werden. Bei Schwächezuständen, Müdigkeit und Erschöpfung 3 Tabletten in einer Flüssigkeit auflösen und trinken.

Weitere Informationen erhalten sie gerne bei Mag. pharm. Dr. Angelika Prentner, Apotheke-Mariazell

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