Arzneikräuter bei Stress und nervlicher Belastung – Melisse

Die Melisse
„die liebste Pflanze des Paracelsus“
„erfüllt uns mit tiefer Ruhe“

Melissa officinalis
Lippenblütler
Verwendete Pflanzenteile: Blätter

Schon der herrliche Geruch der Melisse sagt uns, dass diese Pflanze ganz besondere Eigenschaften haben muss. Der Geruch allein belebt, erfrischt und macht heiter. In Südeuropa wird sie als „Herzensfreude“ bezeichnet.

Das sanfte, allheilende Wesen der Melisse macht sie zu einem sehr beliebten und weit verbreiteten Heilkraut. Sie eignet sich besonders für diejenigen Menschen, die sich unentwegt um andere kümmern, diese umsorgen und pflegen.¬ Meist wirken sie im Stillen, ohne aufzufallen oder sich zu beklagen.

Die erste Erwähnung fand die Melisse schon im antiken Griechenland als Melissophyllon. Der berühmte Arzt Avicenna nahm sie um das Jahr 1000 ins Gesetzbuch der Medizin auf, mit dem Hinweis „das Herz zu erheitern und zugleich zu stärken“.

Auch Paracelsus verwendete die Melisse immer wieder als eine der wichtigsten Herzpflanzen: „Melisse ist von allen Dingen, welche die Erde hervorbringt, das beste Kräutlein für das Herz …“

Gleich dem Gold ist sie ein herzstärkendes und belebendes Mittel. Grüne Melisse gestoßen und auf die Herzgegend gelegt, soll bei Herzklopfen helfen. Hat man keine frischen Melissenblätter zur Hand, könnte man auch getrocknete verwenden, die man mit etwas Rosenwasser befeuchtet.

Hildegard von Bingen beschrieb die erwärmende Wirkung als: „Die Melisse hat die Kraft von 15 Kräutern … muntert auf und stärkt das Herz.“

In der heutigen Schulmedizin ist hauptsächlich ihre beruhigende Wirkung auf das Nervensystem bekannt.

Die Blätter der Melisse sammelt man noch vor der Blüte in den Nachmittagsstunden, trocknet sie so schnell wie möglich an der Sonne oder bei niedriger Hitze im Ofen und verwahrt sie gut geschützt vor Feuchtigkeit.

Wirkung der Melisse:
beruhigend, ausgleichend, macht nicht müde, herzstärkend

Einsatzgebiete der Melisse:
Nervosität, nervöse Herzbeschwerden, Herzklopfen, Schwindel, Ärger, Sorgen, Stress, Abgespanntheit, nervöse Verdauung, Überarbeitung, Melancholie, Hysterie, Nervenentzündungen

Zubereitungen der Melisse:
Melissen-Tee:
½ Teelöffel Melissenblätter auf 1 Tasse – mit heißem Wasser überbrühen – 3-5min ziehen lassen, abseihen und schluckweise trinken

Der angenehm schmeckende Tee vertreibt Blähungen, stärkt und kräftigt den Magen, wirkt beruhigend auf das Magennervensystem und vertreibt Melancholie.

Melissen-Bad
Äußerlich als Badezusatz angewendet, unterstützt er die Entspannung nach einem langen Arbeitstag oder nach nervlichen Belastungen.

Der Saft der Melisse mit Zucker eingekocht, vertreibt schwermütige Gedanken, stärkt das schwache Herz und ist gut bei kaltem Magen.

Melissengeist ist ein vorzügliches Mittel zur Beruhigung, aber auch bei Verdauungsbeschwerden.

Ein Melissen-Kräuterkissen wirkt zerteilend bei Geschwülsten, Rotlauf, Milchknoten in den Brüsten, Quetschungen und blauen Flecken.

Ätherisches Melissenöl
Das ätherische Melissenöl ist neben Neroli das wichtigste Öl gegen „Herzängste“. Daneben wirkt es beruhigend bei Schmerzen und unterstützt die Verdauung.
Weitere Wirkungen sind anitviral gegen Herpes-Viren, gefäßregulierend, gallenflussfördernd, entzündungshemmend, regenerierend, stimmungshebend, insektenabwehrend, antiallergiesch und äußerlich angewendet hormonähnlich bei Amenorrhoe.
Von einer innerlichen Anwendung abzuraten ist bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern. Direkt auf die Haut aufgebracht kann es zu Hautirritationen führen.

Melisse-Massageöl bei Unruhe und Stress
2-3 Tropfen echtes Melissenöl auf 100ml Pflege- oder Massageöl wie Jojoba- oder Mandelöl.

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Geschrieben von Fred am 8. Juni 2012 | Abgelegt unter Wissen | Keine Kommentare

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